Das ist Reiner Grundmann, der Vorsitzende des SC Schaffrath (Gelsenkirchen). Er hat das Bündnis Sonntag nicht vor 17.30 Uhr gegründet, eine Initiative gegen das neue Sonntagsspiel der Bundesliga um 15.30 Uhr. Wie so viele an der Basis arbeitet er seit Jahren, Jahrzehnten ehrenamtlich. Wie so viele an der Basis fürchtet er negative Folgen für den Amateurfußball: weniger Zuschauer, weniger Spieler, weniger Einnahmen. „Da Theo Zwanziger uns nahegelegt hat“, sagt Grundmann, „uns alternative Erlösquellen zu suchen, möchten wir mit den Hartplatzhelden kooperieren.“ Die Experten werden dieses Pionierprojekt sicher als Elefantenhochzeit bezeichnen. Was sagt Netzer, hat Bild schon reagiert? Und der Dax?
Hier unterzeichnet Hartplatzhelden-Gründer Oliver Fritsch eine Absichtserklärung mit dem Bündnis Sonntag nicht vor 17.30 Uhr, dem sich verschiedene Amateurvereine des Fußballkreises Gelsenkirchen / Gladbeck / Kirchhellen angeschlossen haben, um gegen den Grundlagenvertrag zwischen DFB und DFL zu protestieren. Diese Vereinbarung sieht vor:
Die Vereine des Bündnisses Sonntag nicht vor 17.30 Uhr erklären ihr Einverständnis, Videoaufnahmen, die Zuschauer von ihren Spielen anfertigen, von den Hartplatzhelden auf hartplatzhelden.de vermarkten zu lassen. Die Hartplatzhelden entrichten im Gegenzug mindestens 50 % ihres Gewinns auf hartplatzhelden.de an die beteiligten Vereine.
Alle anderen Vereine können dem Bündnis Sonntag nicht vor 17.30 Uhr beitreten, um die Möglichkeit zu bekommen, ihre Spiele mit den Hartplatzhelden zu vermarkten. Es soll ein Vertrag auf unbestimmte Zeit geschlossen werden, der von beiden Parteien jederzeit ohne Frist gekündigt werden kann.
Und hier macht Grundmann seinen Doktor unter unseren Grundlagenvertrag. Wir wissen nicht, wohin das führt. Wir sind, obwohl man bei dem, was man so hört, den Eindruck bekommen könnte, kein Weltkonzern. Es ist ein Versuch, von dem wir wissen, dass er vielleicht ein paar Jahre zu früh kommt. Vielleicht ist uns wenigstens der Ruhm der Nachwelt sicher.
So wie es heute (fast) selbstverständlich ist, dass Vereine Vereinszeitungen herausgeben, so dürfte es irgendwann selbstverständlich sein, dass Vereine ihre Spiele und ihr Vereinsleben mit „neuen Medien“ begleiten. Internet und Videos sind die Zukunft. Eher: die Gegenwart der jungen Generation. Warum nicht frühzeitig neue Wege gehen? Dem Amateurfußball würde es gut tun. Denn abgesehen von Bundesliga-Spielplänen - wir haben in den letzten Jahren auch ein wenig geschlafen. Die Hartplatzhelden bieten allen den gemeinsamen Weg, denn wir wollen die Amateurvereine unterstützen. Es ist nicht unmöglich, dass wieder 100, 300 oder 500 Leute auf den Sportplatz kommen. Keine schöne Vorstellung, liebe Helden der Hartplätze?
Wenn andere Vereine auch mitmachen, dem Bündnis beitreten wollen, bitte melden: oliver.fritsch [at] hartplatzhelden.de
Und immer dran denken: Wir müssen morgen alle wieder arbeiten.