Warum möchten wir in Revision gehen? Weil wir das Urteil für falsch und fatal halten, außerdem für internetfeindlich. Mit unserem Anwalt Fabian Reinholz und vielen unabhängigen Rechtsexperten sind wir der Überzeugung, dass wir im Recht sind. Zudem hat das OLG ausdrücklich Revision zugelassen. Eher ungewöhnlich, das ist wohl der Tatsache geschuldet, dass es sich um rechtliches Neuland handelt.
Wir sind zudem der Meinung, dass das Urteil nicht nur uns Schaden zufügt, sondern dem Amateurfußball im Ganzen. Und dass Amateurfußballer das Recht haben, dort ihre Videos zu zeigen, wo sie es möchten. Wer weiß, ob Verbände mit diesem Urteil in der Hand nicht irgendwann auch Vereinen Videos verbieten?
Daher kämpfen wir auch für den Amateurfußball, der sich ja ohnehin im Zugriff der Großen befindet. Stichwort Sonntagsspiel um 15.30 Uhr. Gehört der Fußball wirklich den Verbänden? Hat der DFB einen legitimen Herrschaftsanspruch auf den Fußball? Kein Fußball außerhalb des DFB?
Zudem kämpfen wir für informationelle Selbstbestimmung und für Wettbewerb. Denn wer gegen Wettbewerb ist, ist für das Monopol. Und das OLG scheint, das wird in der Urteilsbegründung deutlich, nicht unlauteren Wettbewerb bekämpfen zu wollen, sondern Wettbewerb überhaupt.
Zurück zum Fußball, und ein Einwurf sei gestattet: Es ist nicht nur der Bundesliga-Spielplan, der den Amateuren das Leben schwer macht. Oder die gesellschaftlichen Umstände. Ich denke, wir Amateure haben auch ein wenig die Zeit verschlafen. Man muss mit der Zeit gehen und sich was einfallen lassen, wenn man die Menschen wieder auf den Sportplatz und in den Verein kriegen will. Da gibt es viele Ansätze. Etwa Videos im Internet. Sie sind Teil der Zukunft. Besser gesagt: die Gegenwart der jungen Generation. Kein schöner Gedanke, dass Sonntag für Sonntag wieder 300 Zuschauer zu einem Kreisligaspiel kommen? Es ist nicht unmöglich, aber Fleiß, Geduld und Ideen braucht man.
Doch die Verbände, die vorgeben, ihre Vereine vor den bösen Hartplatzhelden zu schützen, machen dem einen Strich durch die Rechnung. Ein Hinweis an dieser Stelle: Wenn Vereine oder Spieler auf uns zukommen würden und uns darum bitten, keine Videos zu zeigen – wir würden die Videos runternehmen. Vereine und Spieler akzeptieren wir als Instanz. Die Verbände nicht.
Wie sehr die Verbände die Vereine schützen, erleben wir übrigens gerade bei der Einführung des Sonntagsspiels um 15.30 Uhr. Wo ist der Protest der Verbände, also der Vertreter der Amateure, ihrer "Beschützer", gegen diesen Angriff?