Ich bin kein Jurist, sondern Mediziner. Steht in den Richtlinien der Fußballverbände, ähnlich wie auf Konzertkarten, dass der Verband oder die Vereine allein das Recht auf Verwertung medialer Inhalte ihrer Veranstaltungen in jeglicher Form in Schrift und Bild haben? Dann dürften nämlich keine Mikrofone oder Kameras selbst bei Amateurspielen mehr zugelassen werden und Berichte über Kreisliga-Spiele in der Lokalpresse wären demnach in Zukunft auch obsolet, weil die Tageszeitungen daraus einen Teil ihrer Einnahmen erzielen (Auflagensteigerung).
In der Satzung des NFV (Niedersachsen) steht dazu unter "Sonstige Bestimmungen" unter $ 56 Medienrechte etwas dazu, dass mir schon "Sorgen macht". (http://www.nfv-www.de/downloads/s_147/Satzung-13-03-2007.pdf)
Aber ob das wirklich so ist, also die Vereine des Verbandes das auch alle so sehen, bezweifle ich etwas. Habe mich gerade gestern mit einem Vereinsvorsitzenden darüber unterhalten.
Der Punkt "Medien- und Vermarktungsrechte" in der Satzung des wfv ist derart schwammig formuliert, dass er in gewisser Weise alles und nichts aussagt.
Da steht "Entsprechendes gilt auch für die Rechte bezüglich aller anderen Bild- und Tonträger gegenwärtiger und künftiger technischer Einrichtungen jeder Art und in jeder Programm- und Verwertungsform ...", aber nicht, worauf sich das "Entsprechend" bezieht. Darauf, dass 10% der Bruttoeinnahmen aus Vergütungen dem wvf zustehen (in Eurem Fall wären das ja dann 10% von 0 EUR) oder darauf, dass dem wvf die Rechte gehören.
Und davon abgesehen: seit wann kann man sich denn gegen "künftige technische Entwicklungen" absichern. Klagen die auch, wenn Ufos kommen und ihre Aufnahmen extraterrestrisch übertragen?
Nicht zu fassen, das Ganze ...
Dann kopier ich mal den § 56 (Medienrechte) der NFV-Satzung:
"Das Recht, über Rundfunkübertragungen (Fernsehen und Hörfunk) von Pflicht- und Freundschaftsspielen Verträge zu schließen und die Vergütungen aus solchen Verträgen für die Vereine treuhänderisch zu vereinnahmen und an sie zu verteilen, besitzt der Niedersächsische Fußballverband. Entsprechendes gilt auch für die Rechte bezüglich aller anderen Bild- und Tonträger gegenwärtiger und künftiger technischer Einrichtungen jeder Art und in jeder Programm- und Verwertungsform – insbesondere über Internet und andere Online-Dienste – sowie möglicher Vertragspartner." Quellle: http://www.nfv-www.de/downloads/s_147/Satzung-13-03-2007.pdf
Ist wohl die gleiche Art wie beim WFV? Da sind ja sogar Freundschaftsspiele mit einbezogen, da habe ich jetzt erst wahrgenommen. Erstellen eigentlich die Verbände die Satzungen eigenmächtig oder gibt es über über die einzelnen Punkte Abstimmungen mit den Vereinen?
Gehört zwar eigentlich nicht zum Thema, aber hier mal ein Hinweis, dass Verbände auch mal als Verlierer hervorgehen: Es gab einen jahrenlangen Streit um die Erlaubnis der Hosenwerbung. Arminia Hannover (besonders deren Vorsitzender)hat sich nach ersten Niederlagen nicht entmutigen lassen und jetzt gewonnen. In Niedersachsen ist jetzt Hosenwerbung erlaubt. Ein Bericht der Braunschweiger Zeitung ist hier zu lesen: http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2168/artid/8403492 Auch der RSV05 wird nächste Saison mit Hosenwerbung spielen.______ Weiterer Fall betr. Gerichtsurteil Verband: Wenn einem Verband ein Fehler unterläuft und dieser irrtümlich eine Spielerlaubnis erteilt für einen Spieler, der vom abgegebenen Verein nicht freigegeben war, muss der neue Verein den Irrtum bemerken und darf den Spieler nicht einsetzen. Siehe: http://www.hna.de/spsnsolobig/00_20080514175905_Punktabzug_fuer_den_SCW.html
Noch als Nachtrag: das soll hier natürlich nicht weiter vom Thema abweichend diskutiert werden, ich wollte damit nur darauf hinweisen, dass es sich manchmal doch lohnt, nicht nachzugeben - auf der anderen Seite darf man sich nicht auf die Verbände verlassen, dass die alles richtig machen.
Wieso gibt es die Partnerschaften mit kicker.de und sueddeutsche.de nicht mehr ?
An uns hat es nicht gelegen. sueddeutsche.de hat andere Prioritäten gesetzt. kicker.de wollte abwarten, wie die Rechtssituation aussieht.
Ich möchte noch mal hinzufügen, dass ich vor 2-3 Wochen mit einem Verantwortlichen vom NFV gesprochen und ihn zu Hartplatzhelden befragt habe. Da wurde auch ganz klar die Meinung vertreten, dass hinter Hartplatzhelden ja ein Verlag stünde und es bei dieser Videoplattform nicht nur darum gehe, dem Amateurfußball eine Plattform zu bieten sondern auch um Profit.
Ich frage mich nur, woher die Gegner von Hartplatzhelden diese Infos haben?
Unterstützung. Ein Versuch:
http://finkployd.blogger.de/stories/1122477/