klar gehts auf dem platz und daneben auch mal ein wenig "ausgelassener" zu, aber wie leichtfertig doch mancher die regeln des guten anstands über bord wirft, ist doch immer wieder erstaunlich. in den großen stadien gehen einzelne bemerkungen ja einfach unter, aber was man selbst bei jugendspielen von einzelnen zuschauern (vätern) hört, ist manchmal wirklich das allerletzte. leider vergessen sie völlig ihre vorbildfunktion. meines erachtens müssten in solchen fällen die aktiven vereinsmitglieder (trainer, betreuer, spieler) ein deutliches zeichen gegen die üblen beschimpfungen setzen. ja,ja mir ist schon klar, dass diese personen machmal selbst die schlimmsten sind, aber irgendwo muss man ja mal anfangen...
Natürlich sind ununterbrochene Beleidigungen und Beschimpfungen nicht zu tolerieren und manchmal kann die Frage, ob der Betreffende eigentlich sonst vom Fußball nichts weiß, außer, daß der Schiri schuld ist, Wunder wirken.
Es wäre allerdings ein zweischneideige Sache, wenn man zu rigide gegen die Ventilfunktion des Fußballs vorgehen wollte. Wir sehen ja schon in den Stadien des bezahlten Fußballs immer mehr Eventbesucher, die weder vom Sport, noch vom Verein allzuviel wissen, die einfach nur auf den Platz gehen, weil es halt chic ist. Diese Leute werde niemals einen Schiedsrichter beleidigen, aber auch sonst keine Emotionen zeigen, weil man ja etwas vom guten Schaumwein verschütten könnte. Solche Besucher werden allerdings auf die Dauer der Tod des Fußballs sein und -ehrlich gesagt- steht meinem Herzen jeder wirklch Fußballverrückte wesentlich näher; auch, wenn ich bei manchen Äußerungen nur mit dem Kopf schütteln kann.
Die SZ befasst sich heute mit unserem Thema: Wie weit darf ein Zuschauer gehen? Es heißt: "Paul Breitner erklärte als Aktiver die sozialhygienische Funktion, die seiner Meinung nach der Fußball haben sollte, sinngemäß so: Der Zuschauer erwerbe mit der Eintrittskarte auch alle Rechte, ihn, Breitner, nach Kräften zu beschimpfen."
Bei Rassismus allerdings, wie im Fall Atouba, höre der Spaß auf. Die SZ empfiehlt der Bild-Zeitung, die sich scheinheilig über den Mittelfinger des "Sölnders" empört hat ("Und so einer verdient Millionen!"), den Spieß rumzudrehen, und den keifenden Zuschauern mal eine Schlagzeile an den Kopf zu werfen: "Und so einer hat eine HSV-Dauerkarte!"
Der ganze Artikel: http://www.sueddeutsche.de/sport/bundesliga/artikel/179/94085/
Ich denke, daß Breitner näher an der Realität ist, als die Leyendecker-Söldner ;-). Der Fall Atouba ist doch an sich keine weltbewegende Sache: Ein Mann wird beleidigt und revanchiert sich mit ähnlichen Mitteln. Punkt. Passiert jeden Tag Millionen Mal in Deutschland.
Immer gleich den "Rassismus-Hammer" an die Wand zu hängen, mag ja mittlerweile für viele Medienvertreter ein antrainierter Reflex sein, bleibt aber trotzdem unsinnig. Nicht immer, wenn die Zuschauer "Schwarze Sau" rufen, ist der aus Nigeria stammende Mittelstürmer des Gegners gemeint. Aber warum sollte ein Journalist darüber nachdenken? Er verdient ja nur seinen Lebensunterhalt mit dem Sport.
Ich bin selbst Schiedsrichter und musste mir auch schon einiges anhören. Allerdings, wenn ich ins Stadion gehe und der Referee nicht besonders gut pfeift, rufe auch ich als Fußballfan manchmal nicht so schöne Worte zu dem Schiedsrichter. Ich finde im Fußballstadion darf man zwar seine Meinung dem Schiedsrichter oder auch Spielern, Trainern etc. mitteilen, allerdings sollten es keine rassistischen oder rechtsradikalen Ausdrücke sein. Wenn es dann so ist, muss aber auch ein Schiedsrichter in der Lage zu sein, dies wegzustecken. Wer (wie z.B. die 17-jährige da in dem Text) das nicht erträgt, der hat auch im Profifußball nichts zu suchen!
Verbale Beleidigungen gehören nicht auf den Fussballplatz , das ist ganz klar ! Wer meint durch 3€ hätte er das Recht Personen zu beschimpfen göhrt wohl zur Kategorie der Hooligans. Den Schiri´s offen und ehrlich die Meinung zu sagen ist das eine , doch an fremden Leuten seinen Frust abzulassen und sich dann auch noch durch die 3€ Eintritt zu rechtfertigen ist eine Frechheit ! Diese "Fans" waren eindeutig schlechte Verlierer . Trotzdem wundert mich dei Reaktion der Schiedsrichterin ein bischchen , wer Profi werden will, den muss so etwas kalt lassen und seine Partie unbeirrt weiter leiten können.
Richtig Dampf wird doch auch in den Garderoben abgelassen. Schaut mal selber wie es da bei der National 11 auf www.d11b.tv abgeht. Da bleibt kein Schiedsrichterauge trocken.