HARTPLATZHELDEN-AWARD SEPTEMBER 2011

In unserer Jury sitzen diesmal der ehemalige Trainer Hoffenheims, Marco Pezzaiuoli, Andreas Schulz (Trainer des Ex-Fritsch-Klubs RSV Büblingshausen aus Wetzlar an der Lahn) und Christian Eichler (FAZ-Sportredaktion) – ergänzt durch ein User-Voting unseres Medienpartners spox.

 

Diesmal ist es ein Kopf-an-Kopf-an-Kopf-Rennen. Die ersten drei Plätze sind nur eine Stimme voneinander getrennt. Der Sieger heißt Ramazan Gülec aus Hommertshausen. Er bekommt ein Grand Master Tech Crew (in weiß, blau oder schwarz) von unserem Preissponsor Pelé Sports. Gleiches gilt für den Filmer Michael Flemming. Die Hartplatzhelden sagen: Glückwunsch, Ramazan und Michael!

Pele Shirt

Platz 1: Ramazan Netzer

 

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Unser Sieger heißt Ramazan Gülec, er kickt für den hessischen SSV Hommertshausen, das liegt zwischen Niedereisenhausen und Mornshausen. In diesem Video nimmt er aus großer Entfernung Maß. Hauchdünn hingegen ist sein Vorsprung. Auch dank Marco Pezzaiuoli, der ihn auf Rang 1 setzt: "Diese Fuß- und Körperhaltung, die Ballannahme und -mitnahme erinnern an Lothar Matthäus oder Günter Netzer. Das Tor von Ramazan ist Spitzenklasse, eine Augenweide. Nur nicht für den Torhüter, der aber komplett machtlos war."

 

"Einfach mal draufgehalten", stimmt Andreas Schulz ein, "das begeisterte 'Bravo!' dürfte noch unten im Dorf zu hören gewesen sein." Kamerakind: Michael Flemming. Der Gegner trägt übrigens einen putzigen Namen: Wommelshausen.

Platz 2: C-Jugendlicher mit Bierruhe

 

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Ja, mach doch!, ruft es von den Rängen. Und Dennis Eilens vomTuS
Mayen (C-Jugend-Regionalliga) macht.

Ja, mach doch!, ruft es von den Rängen. Und Dennis Eilens vom TuS Mayen (C-Jugend-Regionalliga), bereits zwei Mal Hartplatzheld des Monats, macht. Es ist der Favorit von Andreas Schulz, dem Schalke-Fan: "Hier stimmt das Gesamtpaket: Balleroberung, schöne Kombination und toller Abschluss! Da lacht das Trainerherz! Hat was von Raúl."

Marco Pezzaiuoli scoutet ihn ganz genau: "Dennis lässt den Verteidiger durch eine sehr starke Körperfinte alt aussehen. Dass er nicht nur tricksen kann, sondern auch noch eine feine Technik hat, beweist Dennis direkt danach: Er zwirbelt den Ball mit einer Bogenlampe über den Torhüter unter die Latte. Perfekt!"

Christian Eichler meint, dass Dennis alles richtig gemacht hat: "Immer dieses Generve von den billigen Plätzen. 'Mach doch!', brüllen Sie mitten in die Aktion. Doch Dennis lässt sich gar nicht hetzen, gibt Verteidiger und Torwart die nötige Zeit, falsch zu stehen, und lupft die Kugel dann mit der größtmöglichen Bierruhe an allen vorbei. Ein Tor, für das man keine Zeitlupe braucht." Hochgeladen von Elif Eilens.

Platz 3: Bei Aquaplaning hilft nur der TV-Beweis

 

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Drin oder nicht drin?, fragt sich nicht nur Timo Bernhardt aus Hommertshausen. "War kein Tor!", schallt es naseweis von draußen. Christian Eichler wird melancholisch: "Tor oder nicht Tor? Braucht der Amateurfußball den Fernsehbeweis? Hier hat er ihn, und man weiß trotzdem nichts Genaues. Immerhin, der Torwart wird ganz schön nassgemacht, und genau das rettet ihn – schon praktisch, so eine Pfütze auf der Linie. Wusste schon Jens Lehmann. Ältere Semester erinnert die spielerische Mischung aus Aquaplaning und Absaufen an die selige Frankfurter Wasserschlacht von 1974, als wir den Polen ganz schön eingeschenkt haben."

Andreas Schulz ergänzt: "Einfach herrlich: Platzverhältnisse, Kommentare, Hartplatzfußball pur! Und ein weiteres Argument für (oder doch eher gegen? ;-)) die Einführung der Torkamera!" Die spox-User wählten dieses Quasi-Tor, das Michael Flemming für sie, uns und die Ewigkeit fesgethalten hat, auf Rang 1.

Platz 4: König Maurice

 

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Im Landesliga-Derby zwischen Sparta und SVG Göttingen hebt Maurice Taubert den Ball zum 2:2 für Sparta über die Linie, was der Startschuss für den 5:3-Sieg war. Unbedingt Ingrids Video bis zu Ende schauen.

Andreas Schulz schreibt: "Tolle Aktion, was das weibliche Aufstöhnen (aus Begeisterung oder Verzweiflung?) nur unterstreicht." Christian Eichler würdigt die Aktion im Gesamten: "Hübscher Heber aus dem vollen Spurt, und das mitten in einem Derby. Dabei schafft es der begabte Maurice Taubert nicht nur, den Ball zu lupfen, sondern auch sich selber, wie die Jubelnummer nach Schlusspfiff zeigt. Der hat Fußball bestimmt im Turnverein gelernt."

Marco Pezzaiuoli kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus: "Dieses Tor hat alles, was es braucht, um als Traumtor bezeichnet zu werden. Die Vorarbeit und die Finte waren genauso stark wie von König Johan Cruyff, das Tor selbst würde auch Mario Basler begeistern, wenn er an seine eigenen Tore denkt. Und er würde es sicher in seiner Kolumne würdigen. Schussstark und platziert in den Winkel, unhaltbar für den Torhüter. Man kann sich gar nicht sattsehen!"

Platz 5: Nihats Physik

 

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Nihat Gülec ist der Manni Burgsmüller unter den Hartplatzhelden. Christian Eichler revidiert seine Schulbildung: "Immer wieder faszinierend, wie der Fußball die Gesetze der Physik ganz eigen deutet. Indem zum Beispiel das Gesetz der Trägheit der Masse an Wirkung zu verlieren scheint, sobald ein Ball in der Nähe ist. Gern kommt dann auch noch die Neuinterpretation der Geometrie dazu. Sehr schön zeigt das hier Nihat Gülec – erst kugelblitzartige Beschleunigung, dann Spitzenwinkelberechnung beim lässigen Tor von der Torauslinie."

Platz 6: Fußballfango

 

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Fußballdeutschland, Deine Brüder! In die Tradition der Allofs und Försters reihen sich Thorsten und Timo Bernhardt vom SSV Hommertshausen ein.

Christian Eichler wählt den Clip auf Platz 1 und misst den Schmerz der Verlierer: "Ausnahmsweise aus der Rubrik Weichplatzhelden: Fußball mal ganz anders, als Fangopackung. Kurz bevor Spieler und Ball endgültig am Boden festzementiert sind, krönen die Brüder Thorsten (offenbar mit dem Ehrennamen 'Totti' versehen) und Timo Bernhardt den zähflüssigen Spielverlauf mit einem gerade so reingekratzten Tor. Genau die Tore, die dem Gegner viel mehr wehtun als ein Netzbeuler." Regie: Michael Flemming.

Platz 7: Gradlinig zum Tor

 

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Kein schlechter Pass für Kreisligaverhältnisse, kein schlechtes Tor, das Krystof Zielinksi von der SG Grüne Eiche Großthiemig (Brandenburg, Kreisliga Elbe-Elster) gelingt. Marco Pezzaiuoli verteilt Punkte: "Wie man gradlinig zum Erfolg kommt, zeigt dieses Tor: der Laufweg, das Ballgefühl, die Antizipationfähigkeit – alles großartig! Verteidigung und Torhüter bekommen ihre Grenzen gezeigt." Aufgezeichnet von swchen.

Platz 8: Ein brasilianischer Göttinger

 

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Christoph Meyer von der JFV Göttingen profitiert von einer schönen Vorlage und von seinem Gefühl im Fuß. Es war das 10:0. Das perfekte Zuspiel kam von Lennard Hansen, der in der 1. Halbzeit selbst drei Tore erzielt hatte.

 

Marco Pezzaiouli lobt: "Ein Traumtor, ein Brasilianer hätte es nicht besser gekonnt, was für ein Ballgefühl! Großartig, wie er den Ball kontrolliert und den Torwart beobachtet, um dann diesen gefühlvollen Heber zu setzen!" Man achte auch auf den Wildwuchs auf der Tribüne. Hochgeladen von Ingrid.

Platz 9: Selbstlader

 

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Aus der Kreisliga Mosbach im Neckar-Odenwald-Kreis: Im Auswärtsspiel beim SV Robern erzielt David Stammer vom TSV Schwarzach aus fast dreißig Metern das 1:1. Selbst hochgeladen (auch gefilmt?).

Platz 10: Die Pfälzer werden unterschätzt

 

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Annahme, Drehung, Schuss. Mehr muss man über Lukas (A-Jugend SC Hauenstein aus der Pfalz) nicht sagen. Etwas unterbewertet dieses Zuckersteinchen, wie ich finde. Immerhin einen Punkt gibt es von Andreas Schulz: "Technisch perfekt: Ab ins Fritzchen!" Hochgeladen von Sportler 86.

Platz 11: Amateurfußball im Medienzeitalter

 

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Das Fernsehen ändert das Spiel. Steht diese Debatte bald dem Amateurfußball bevor? Alexander Einloft vom SSV Hommertshausen mit einem Extrajubel für die Kamera.

Platz 12: Von Hessen verhöhnt

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Eigentore quittiert man in Hessen mit sportlichem Hohn. "Genauso
wollen wir's sehn!" Pechvogel Andreas Pollmann, dem ein solches
unterläuft, von der SG Kombach/Wolfgruben nimmt es gelassen.

Eigentore quittiert man in Hessen mit Hohn: "Genauso  wollen wir's sehn!" Pechvogel Andreas Pollmann von der SG Kombach/Wolfgruben, dem dieses unterläuft, nimmt es gelassen. (of)

 
 
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