Die Jury hat gesprochen, diesmal besteht sie aus vier Teilen: Thomas Strunz (Experte von Liga Total), Christian Eichler (Sportredakteur der FAZ), Marco Rosbach (Leiter des Regionalsports der Rhein-Zeitung) und einem User-Voting bei unserem Medienpartner spox. Die vier Stimmen sind zu gleichen Teilen eingeflossen.
Selten war das Ergebnis so eindeutig, der Sieger heißt Dennis Eilens und spielt in der C-Jugend des TuS Mayen. Den Verein kennt man inzwischen bei den Hartplatzhelden gut, denn auch der Torschütze des Jahres 2010, Patrick Rölle, schnürt seine Stiefel in diesem Verein nahe Koblenz. Für den Sieger und die Kamerafrau gibt es ein Shine Graphic Crew Shirt von unserem Sponsor Pelé Sports. Ein T-Shirt aus Baumwoll-Jersey-Materialmix mit Rippstrick-Kragen, über und über mit kleinen Glühbirnen bedruckt – ein Hinweis auf den Namensgeber von Pelé, Thomas Edison.
Im Rheinland wächst was heran. Dennis Eilens, C-Jugendlicher vom TuS Mayen, kennt den schnellsten Weg zum Tor, auch wenn er diesem den Rücken zudreht. Thomas Strunz adelt ihn: "Überragender Fallrückzieher, technisch perfekt. Sensationstor, hätte Chancen zum Tor des Monats in der ARD." Marco Rosbach stimmt ein: "Ein dickes Lob für die Schusstechnik des jungen Flankengotts mit der Nummer 14, einen fetten Scorerpunkt für den armen Torwart – und eine 1 mit Sternchen für Dennis 'Wer war eigentlich Klaus Fischer?' Eilen!"
Christian Eichler kann seine Freude und Vorfreude kaum zügeln: "Mag der gegnerische Torwart in seinem Fang- und Fluchtverhalten auch an den jungen Higuita erinnern, so schmälert das nicht die Schönheit dessen, was er mit seinem Fehler erst ermöglicht: einen feinen Fallrückzieher, wie man ihn auch unter Profis nicht alle Tage sieht. Und dann in der C-Jugend – was für Tore wird der Junge erst schießen, wenn er groß ist?"
Die spox-User bescherten Dennis mit 44,4 Prozent fast die absolute Mehrheit. Hochgeladen von Elif Eilens.
Genau hingeschaut: Im Auswärtsspiel bei den SF/BG Marburg II liegt der oberhessische Kreisligist SSV Hommertshausen 1:2 zurück, als in der Nachspielzeit folgendes passiert: Keeper Pierre Weigel verlässt sein Tor, entledigt sich im Mittelkreis eines Teils seiner Garderobe und macht einfach den Ausgleich.
Marco Rosbach schmunzelt: "Quizfrage: Warum trägt ein Torwart eine Kappe? a) Damit ihn die weiblichen Fans nicht erkennen. b) Damit ihn die Gegenspieler nicht mehr Notiz nehmen, wenn er seinen Kasten verlassen hat. c) Damit er das Ding nach einem solchen Tor für einen guten Zweck versteigern kann. Pierre Weigel ist als Telefonjoker ausdrücklich erwünscht." Thomas Strunz: "Torgefährlichster Keeper seit Jens Lehmann. Super Schusstechnik, eiskalt verwandelt."
Mit dem Thema befasst sich auch die FAZ: "Ein Torwarttor ist immer etwas, von dem man als Augenzeuge den Kollegen noch am Montag was erzählen kann – und als Schütze noch fünfzig Jahre später seinen Enkeln. Ein Torwarttor aus dem offenen Spiel heraus, also nicht nach Ecke oder Freistoß oder gar Elfmeter, toppt das noch. Am schönsten ist aber die Tonschleife: Wie im Hintergrund die Groupies erst über den nach vorn eilenden Torwart lästern und sich dann plötzlich im Torjubel schier überschlagen. So schnellt kriegt nur der Fußball Frauen rum." Einer von zehn spox-Usern stimmte für dieses Tor. Ein Beitrag von Michael Flemming.
Robert Pietsch, der Kanonier vom Heidenauer SV, das liegt bei Dresden, schickt einen lieben Gruß an den gegnerischen Torwart aus exakt 42,50 Metern. Wir haben nachgemessen. Christian Eichler staunt: "Zum Augenthaler-Schuster-Diego-Gedächtnispreis für vorsätzliche Tore aus der eigenen Hälfte reicht es nicht ganz, weil die Mittellinie schon überschritten ist. Doch alles ohne jeden Zufallsfaktor. Die Kombination aus Überblick, Ballkontrolle und Schusstechnik ist erstklassig, das Stellungsspiel des Torwarts glücklicherweise nicht." Thomas Strunz ergänzt: "Herrlicher Weitschuss. Tolle Übersicht, perfekte Ausführung." Marco Rosbach bemerkt dazu: "Zum Glück waren es 42,5 Meter, bei 32,5 wäre es eng geworden für den Kameramann. Von einem solchen Schuss träumt jeder Kicker. Und die meisten ihr Leben lang vergebens." 11,8 der spox-User wählten Pietsch. Hochgeladen von swchen.
Ein A-Jugendlicher der VTG Queichhambach nimmt es beim Freistoß ganz genau. Auf spox landete das Tor dank 14,1 Stimmenanteil auf Platz 2. Eingesant von Sportler 86.
Das ist Dani Lipperson aus Gierath, Nordrhein-Westfalen. Seine Spezialität: aus dem Nebel auftauchen und den Gegner nassmachen. Dani spielt Kreisliga C. Mit 2,9 Prozent bei spox Bester unter den Sonstigen. Kamera: Claudio Urbano aus Mönchengladbach.
Das, was Daniel Jühne vom RSV Göttingen 05 hier vorführt, nennt man "den Ball kappen". Man könnte ein Lehrvideo mit ihm drehen. Und sein Tor ist auch nicht ganz schlecht. Fast jeder vierzigste spox-User machte sein Kreuz bei Daniel. Danke an Ingrid.
Torschütze Tim Lux aus Niedersachsen (SFR Leineberg) und sein Vorlagengeber Brian Krech verstehen sich wie Netzer und Müller oder Lollek und Bollek.
Auch in Hommertshausen hat man sich verdrahtet. Hilal Nasrah bedient ohne Augenkontakt Abidin Gülec, der zum Ausgleich gegen die SG Lahnfels trifft.
Aber auch an Fehlversuche von Hilal Nasrah haben sich seine Fans offen- und hörbar gewöhnt. "Widder nix!"
Vor diesem Tormann aus Großthiemig (Brandenburg) müssen wir den Hut ziehen. Bis zum nächsten Mal. (of)